"Hohe heimische Spritpreise hausgemacht"

Man hatte es ja schon lange vermutet, jetzt besteht Gewissheit: Die Spritpreise in Österreich werden nicht von den Weltmarktnotierungen bestimmt, sondern sie sind "hausgemacht", das sagt die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB).

Benzin tanken ©rainerstrum/pixelio.de

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Damit widerspricht die Behörde früheren Behauptungen der Ölindustrie, wonach sich die Tankstellenpreise an der Rotterdamer Produktenbörse orientieren. Die BWB kündigte an, der Branche weiter auf die Finger zu schauen. Man könne nachweisen, dass sich die Preisbildung in Österreich inzwischen von der Entwicklung in Rotterdam entfernt hat", betonte BWB-Chef Theodor Thanner in einer Aussendung. Und Thanner legt nach: "Um nicht ganz an Glaubwürdigkeit zu verlieren, argumentieren die Mineralölfirmen nun, dass der Preis nur noch nach Angebot und Nachfrage festgesetzt wird. Und geben damit offen zu, dass die Treibstoffpreise an jenen Tankstellen bewusst höher kalkuliert sind, wo die unmittelbare Konkurrenz fehlt, etwa im ländlichen Raum und an Autobahnen. Diese Argumentationslinie erklärt auch, warum die Treibstoffpreise vor Wochenenden und zur Hauptreisezeit in der Regel in die Höhe schnellen."

Damit bekommt die Mineralölwirtschaft von der BWB bereits den zweiten Rüffel. Schon zuvor hatte sie festgestellt, dass die Industrie Preissenkungen am Rotterdamer Spot-Markt erst mit Verzögerung an die Konsumenten weitergegeben hat. Preiserhöhungen jedoch wurden sofort nachvollzogen. Wirtschaftsminister Mitterlehehner prüft nun die Verlängerung der Spritpreisverordnung und weitere Maßnahmen. Die Spritpreisverordnung läuft mit Jahresende aus und garantiert, dass die Tankstellenbetreiber die Zapfsäulenpreise nur einmal pro Tag anheben dürfen.

 

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