Senioren nehmen oft die falsche Medizin

Besorgt zeigt sich der NÖ Patientenanwalt über die jüngst präsentierten Ergebnisse einer Studie über die Verschreibungsqualität von Medikamenten. Salzburger Universitätsmediziner und Krankenhausapotheker hatten bei älteren Patienten analysiert, wie viele und welche Arzneimittel sie vor der Aufnahme ins Spital einnahmen. Die wichtigsten Ergebnisse: im Durchschnitt schluckten die Patienten mehr als sieben Medikamente, bei mehr als einem Drittel der Untersuchten fanden sich unnötige Arzneien.

Tabletten ©zoellner.tk 86, flickr

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Mehr als die Hälfte der Senioren mit internen Erkrankungen schlucken mindestens sechs Medikamente. Viel davon wäre verzichtbar, rund 30 Prozent der Arzneien sind nicht angemessen. Das ist oft das Resultat von ärztlichen Doppelverschreibungen oder Fehldosierungen, die Folge sind häufig akute Nebenwirkungen. Das hat diese Studie der Salzburger Universitätsmedizinern und Krankenhausapothekern ergeben.

Bei über 500 Patienten wurde von der Forschungsgruppe analysiert, welche und wie viele Arzneimittel die Kranken einnahmen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 82 Jahre. Untersucht wurde auf so genannte "Polypharmakotherapie", also die Einnahme von mehr als sechs Arzneimitteln, Dosierung etc. Das Ergebnis ist erschütternd: Bei über einem Drittel könnten Medikamente einfach weggelassen werden

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Durchschnittlich nahmen die Patienten 7,5 Arzneimittel ein
  • 58,6 Prozent der Kranken schluckten mehr als sechs Medikamente.
  • Verzichtbare Medikamente wurden bei 36,3 Prozent aller Patienten gefunden.
  • Für alte Menschen inadäquate Arzneimittel fanden sich bei 30,1 Prozent.
  • Fehldosierungen gab es gar bei 23,4 Prozent.
  • Bei 65,8 Prozent der Kranken gab es die Gefahr von Wechselwirkungen. Das traf auf 22,6 Prozent der Medikationen zu.
  • Unnötige Doppelverordnungen waren bei 7,6 Prozent der Patienten durch Ärzte erfolgt.
  • 17,8 Prozent der in die Salzburger Klinik aufgenommenen Kranken litten unter unerwünschten Wirkungen. 56,7 Prozent dieser Patienten wurden erst deshalb überhaupt ins Spital gebracht.

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