Streicheleinheiten

...„ein tier dem herze wol macht"" hat der Minnesänger Walther von der Vogelweide schon vor  Jahrhunderten gereimt. Psychologen haben das Ganze jetzt wissenschaftlich ergründet. "Pet-facilitated therapy", heißt es dann, Haustier gestützte Therapie.

Der Streichelhund des ASBÖ ©karl pufler

© karl pufler

Das ist der Leitbegriff einer neuen Forschungsrichtung, die sich mit dem Einfluss des Haustiers auf die seelische und körperliche Befindlichkeit des Menschen beschäftigt. Bisheriger Stand der Erkenntnis ist: Heimtiere sind gut für den Menschen, aber inwiefern sie gut sind, das weiß man nicht. Aus der Praxiserfahrung freilich wissen die Mediziner, dass Tiere das subjektive Wohlbefinden von Kranken heben können. Wer daran nur im Ansatz zweifeln wollte, der wurde an einem Nachmittag im Appartementhaus FORTUNA eines Besseren belehrt. Darios verwandelte die Senioren! Darios? Das ist ein Sozialhund, den Peter Erdle vom Arbeiter Samariter Bund zusammen mit seiner Frau in liebevoller, aber auch strenger Fürsorge dazu ausgebildet hat. Darios war der Liebling der Damen und  Herren an jenem Nachmittag, die sich zahlreich im großen Aufenthaltsraum des Seniorenhauses versammelt hatten. Nur anfänglich waren die Senioren und Seniorinnen scheu oder gar ängstlich. Darios verstand es im Sturm oder treffender gesagt, mit wedelndem Schwanz und einem erkennbar lächelndem Gesicht, die Herzen und die Hände der Anwesenden zu gewinnen. Mit Begeisterung holte er sich seine Streicheleinheiten ab. Nachdem er noch eine Kostprobe seiner umfangreichen Ausbildung gegeben hatte beendete Peter Erdle diese Begegnung der besonderen Art. Länger als eine Stunde könne der Hund so nicht arbeiten, es sei sehr anstrengend für ihn, sagt Erdle. Auch die Senioren zeigten leichte Ermüdungserscheinungen. Es war ein schöner Nachmittag, der dringend wiederholungsbedürftig ist, das hat man sich schon ausgemacht.

 

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