Mit der Kaiserin nach Bratislava – und retour

Am 20. Juli, früh morgens, fuhren 46 Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnparks gemeinsam mit Tünde Göttlicher, Leiterin der Mobilen Dienste, und Ulli Radl, Animation und Sozialarbeit, mit dem Bus in Richtung Nußdorf - zur Schiffsanlegestelle der MS Kaiserin Elisabeth II.

Schifffahrt nach Bratislava ©fortuna

© fortuna

An Bord angekommen setzten wir uns an die für den Wohnpark reservierten Tische und frühstückten vorerst. „Von dem Kaffee bekommt man sicher keinen Herzinfarkt", meinte eine Bewohnerin mit verschmitztem Lächeln und man musste ihr damit sicherlich Recht geben. Aber Hauptaugenmerk sollte nicht auf das Kulinarische gerichtet sein - und seien wir uns ehrlich, wie viel sonderbar schmeckenden Kaffee haben wir in unserem Leben schon getrunken!? - sondern auf die Donau! Und unsere Schifffahrt auf der so oft besungenen „blauen" Donau. (Die Farbgebung in eben zitiertem Lied, ist allerdings diskussionswürdig ...)

 

Nach und nach löste sich der Frühstückstisch auf, die Besucher begaben sich auf Deck, um die Donauluft zu schnuppern, um den Fluss an sich vorbeifließen zu sehen oder um einfach den Fahrtwind zu genießen. Von einer Bewohnerin, die sich näher mit der Donau beschäftigt hat, erfuhren wir, dass die Donau ein ungewöhnlicher Fluss sei, „da ihr Verlauf eine Seltenheit aufzeigt: Sie schlängelt sich von Westen nach Osten, nicht so, wie der Großteil der anderen Flüsse der Erde, die von Norden nach Süden verlaufen." 

 

Mittlerweile waren wir bei der Schleuse Freudenau angekommen und wurden um geschätzte fünfzehn Meter abgesenkt. Zwischen einer Schleusenwand und der Kaiserin Elisabeth II waren ungefähr 5 cm (!!!) Abstand, was so einigen Passagieren schieres Staunen abrang. Den Höhenunterschied überwunden, bewegte sich die Kaiserin weiterhin Richtung Osten zum Ziel - nach Bratislava. Nach und nach fanden die Bewohner auch ihr Platzerl an Deck, wo sie miteinander plauderten oder einfach nur die Sonnenstrahlen genossen. An Bord waren auch einige Bewohnerinnen und Bewohner des Schlossparks, begleitet von Barbara Zakostelzky, Animateurin des Schlossparks, die zufälliger Weise am selben Tag den Ausflug gebucht hatte.

Kurz vor unserer Ankunft bekamen wir noch ein kleines Gyulas, damit wir gestärkt den geführten Stadtrundgang in Bratislava antreten konnten. Das Thermometer war mittlerweile auf geschätzte 35 Grad gestiegen, so mutierte der Stadtrundgang eher zum Spießrutenlauf - an  Touristen vorbei, von einem schattigen Plätzchen zum nächsten. Jana, unsere Stadtführerin gestaltete den Rundgang äußerst charmant und hatte immer ein Anekdötchen parat. Verzweifelnd versuchend uns mit Stadtplänen oder anderen Hilfsmitteln ein wenig Luft zuzufächern, landeten wir schlussendlich in einem schattigen Gastgarten und versuchten uns mit kühlen Getränken zu erfrischen.

Um 16.00 Uhr ging es dann wieder los: die Kaiserin wandte sich gen Westen, Richtung Wien (Bilderalbum). Wieder an unseren Tischen sitzend, ertönte es plötzlich durch den Lautsprecher: „Hier spricht der Kapitän. Ich habe erfahren, dass wir ein Geburtstagskind an Bord haben: Wir wünschen Alfredo alles Gute!" Überrascht blickte Alfred Holletz, langjähriger Bewohner des Wohnparks, in die Menge - sichtlich gerührt, bestellte er kurzer Hand ein paar Gläser Prosecco, wir prosteten einander zu und gratulierten ihm zu seinem persönlichen Festtag. Schließlich kamen wir in Hainburg an, wo ein angenehm kühler, klimatisierter Bus auf uns wartete und uns wieder zum Wohnpark zurückbrachte.

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